Beitragsauszug (Teaser)
Es ist Freitagabend, 17:30 Uhr. Das Telefon im Allgemeinen Sozialen Dienst steht nicht still. Ein 14-jähriger Jugendliche mit den Diagnosen ADHS, Bipolarer Störung, schwerer Bindungsstörung und akut fremdgefährdendem Verhalten hat soeben den dritten Einrichtungsabbruch hinter sich. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie verweigert die Aufrechterhaltung der Unterbringung mangels medizinischer Indikation, Wohngruppen winken ab. Die Situation ist akut, der Druck auf die Fachkräfte unermesslich. Dieser Fachartikel richtet sich direkt an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Jugendämtern, den ASD und Vormünder, die vor der schier unlösbaren Aufgabe stehen, für sogenannte Systemsprengerinnen und Systemsprenger in einer Krisensituation einen freien Platz zu finden. Als Gründer der SOLSYSTEM Strukturkompetenz GmbH beleuchte ich, Marcel Potthof, wie wir durch spezialisierte Hochrisiko-Settings, traumapädagogische Haltekraft und das Zusammenspiel aus intensiver Einzelbetreuung und Familiensystemkooperation selbst in scheinbar aussichtslosen Lagen verlässliche, rechtssichere und nachhaltige Perspektiven schaffen.
Der Moment, in dem die Zeit stillsteht: Wenn eine Akut-Fallanfrage alles fordert
Zwischen Fremdgefährdung und Versorgungsnotstand: Der Freitagabend im ASD
Das Geräusch des schrillen Festnetztelefons in einem Büroraum des Allgemeinen Sozialen Dienstes kurz vor dem Wochenende hat eine ganz eigene Frequenz. Es ist dieser eine Anruf, bei dem alle im Raum wissen, dass der Feierabend gestrichen ist. Am anderen Ende der Leitung meldet sich die Diensthabende Ärztin einer Kinder- und Jugendpsychiatrie: „Wir müssen den 14-jährigen Felix heute entlassen. Aus medizinisch-psychiatrischer Sicht liegt keine akute Eigengefährdung mehr vor, die eine geschlossene Unterbringung rechtfertigt. Die Fremdgefährdung gegenüber dem Pflegepersonal und anderen Patienten ist jedoch massiv. Wenn Sie ihn nicht bis 18:00 Uhr abholen, steht er auf der Straße.“
In diesem Augenblick verdichtet sich die Not der deutschen Kinder- und Jugendhilfe auf einen einzigen Punkt. Die Sachbearbeiterin im Jugendamt hat bereits zwanzig freie Träger abtelefoniert. Die Antworten gleichen sich wie ein Einstudierter Chor: „Passt nicht in unsere Gruppe“, „Zu hohes Aggressionspotenzial“, „Kein Personal für 2:1-Betreuung“, „Wir haben keine freien Plätze für einen solchen Fall.“
Hier geht es nicht mehr um Lehrbuchpädagogik oder entspannte Hilfeplangespräche nach § 36 SGB VIII. Hier geht es um eine akute Krise, um den Schutz eines jungen Menschen und den Schutz der Gesellschaft. Als Vater von drei Söhnen trifft mich dieser Zustand jedes Mal mitten ins Herz. Ich stelle mir in solchen Sekunden nicht die Frage, welches Dokumentationsformular noch fehlt. Ich sehe einen verängstigten, hochgradig überforderten Jugendlichen, der seit Jahren nichts anderes gelernt hat, als dass er abgelehnt, weitergereicht und für unbetreubar erklärt wird. Und ich sehe hochgradig engagierte Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen im ASD, die von einem überlasteten System in eine unerträgliche Verantwortung gedrängt werden.
Die Diagnostik-Spirale: Bipolar, ADHS, Bindungsstörung und die Etikettierung als Systemsprenger
Blickt man in die Akte eines solchen Akutfalles, liest man selten nur eine einzelne Diagnose. Was dort liegt, ist eine kumulierte Pathologisierungshistorie: Bipolare Störung, ausgeprägte ADHS, frühkindliche PTBS, reaktive Bindungsstörung, impulsiv-aggressives Verhalten. In der Fachsprache werden solche Jugendlichen oft als Systemsprengerinnen und Systemsprenger klassifiziert.
Doch was bedeutet dieser Begriff in der Praxis? Er beschreibt keineswegs die Unfähigkeiten des Kindes, sondern das Versagen der bisherigen Hilfestrukturen, diesen individuellen Anforderungen ein passgenaues Gegenüber zu bieten. Wenn eine schwerwiegende Bipolare Störung mit extremen Stimmungsschwankungen auf eine reaktive Bindungsstörung trifft, verwandelt sich jede pädagogische Beziehungsanbahnung in ein minenbewehrtes Feld. Der Jugendliche erlebt Nähe als fundamentale Bedrohung seiner Existenz. Die innere Alarmanlage schlägt auf maximalen Ausschlag aus. Um die befürchtete Ablehnung vorwegzunehmen, provoziert er den Abbruch selbst – durch Sachbeschädigung, massive Fremdgefährdung oder Flucht.
Wenn dann ein Notaufnahmesystem mit starren Gruppenregeln, wechselnden Schichtdiensten und unzureichenden Personalschlüsseln antwortet, ist die nächste Katastrophe vorprogrammiert. Der Abbruch wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Der junge Mensch lernt: „Egal wie laut ich schreie, wütend bin oder um mich schlage, das System bricht zusammen.“ Genau an dieser Nahtstelle, an der alle anderen Beteiligten die weiße Flagge hissen, beginnt die Arbeit der SOLSYSTEM Strukturkompetenz GmbH.
Neurobiologie der Eskalation: Warum Standard-Wohngruppen an Grenzen stoßen
Reizüberflutung und Hyperarousal: Mein persönlicher Blick als ADHS-Betroffener
Ich kenne das Gefühl, wenn die Umwelt ungefiltert in das Gehirn einbricht. Als selbst von ADHS Betroffener ist mir die Reizüberflutung kein theoretisches Konstrukt aus Fachbüchern, sondern eine tägliche Realität. Was in der Wirtschaft und im Aufbau innovativer Unternehmensstrukturen meine absolute Superkraft ist – die Fähigkeit zur Hyperfokussierung, zum rapiden Erfassen komplexer Gesamtzusammenhänge und zur blitzschnellen Reaktion in extremen Stressmomenten –, kann ohne korrigierende Werkzeuge in der Kindheit die Hölle auf Erden sein.
Wenn ein Jugendlicher mit ADHS und einer Bipolaren Störung in einen Zustand des Hyperarousal gerät, übernimmt die Amygdala die vollständige Kontrolle über das Handeln. Der präfrontale Kortex, der für Handlungsplanung, Impulskontrolle und die Abschätzung von Konsequenzen zuständig ist, wird neurobiologisch schlichtweg abgekoppelt. In diesem Zustand von „Fight or Flight“ bringt es absolut nichts, dem Jugendlichen mit logischen Argumenten, Hausordnungen oder Konsequenzkatalogen zu kommen.
Ein Mitarbeiter im ASD oder eine Betreuungsperson in einer Standard-Regelgruppe, die in diesem Moment versucht, über Grenzsetzungen zu diskutieren, wirkt auf das überreizte Nervensystem des Jugendlichen wie ein zusätzlicher Aggressor. Das Resultat ist die Explosion. Die fremdgefährdende Handlung ist in 99 Prozent der Fälle kein berechnender Akt der Bösartigkeit, sondern ein verzweifelter, neurobiologisch gesteuerter Schutzreflex eines kollabierten Nervensystems.
Die verheerende Dynamik von Bindungsstörungen und Beziehungsprüfungen
Kommt zu dieser neurobiologischen Vulnerabilität eine schwere Bindungsstörung hinzu, verschärft sich die Dynamik drastisch. Kinder und Jugendliche, die in ihren ersten Lebensjahren keine verlässliche Co-Regulation durch primäre Bezugspersonen erfahren haben, tragen ein tiefes Trauma der Verlassenheit in sich. Sie haben gelernt, dass Menschen, die ihnen nahekommen, Schmerz, Missbrauch oder plötzlichen Beziehungsabbruch bedeuten.
Sobald wir im Rahmen einer Akut-Aufnahme nach § 42 SGB VIII oder einer Intensiven Sozialpädagogischen Einzelbetreuung (ISE) nach § 35 SGB VIII eine sichere Beziehung anbieten, aktiviert dies im Jugendlichen sofort eine massive Abwehr. Er muss testen, ob unser Beziehungsangebot echt ist. Er stellt sich unbewusst die Frage: „Wie extrem muss ich mich verhalten, bis auch dieser Marcel Potthof, bis auch dieses Trägerteam aufgibt und mich wegschickt?“
Diese Testphasen sind intensiv, oft extrem laut und fordern das gesamte Umfeld heraus. Sie beinhalten fremdgefährdende Drohungen, körperliche Angriffe, Zerstörung von Mobiliar und verbalen Schmerz. Wer in solchen Momenten keine glasklare Strukturkompetenz besitzt und den Angriff auf die eigene Person bezieht, wird diese Beziehungsprüfung nicht bestehen. Wer aber stehen bleibt, die Welle aushält, das Verhalten vom Kern des Menschen trennt und dem Jugendlichen vermittelt: „Du kannst dich noch so unmöglich verhalten, wir bleiben hier, wir halten dich aus“, der legt den Grundstein für die lebensverändernde Wende.
Das SOLSYSTEM-Wirkmodell: Strukturkompetenz im Hochrisiko-Setting
Warum es erst knallen muss, bevor echte Ruhe einkehrt
Viele Fachkräfte im Jugendamt fragen uns bei einer ersten Fallanfrage: „Können Sie uns garantieren, dass der Jugendliche bei Ihnen sofort ruhig wird?“ Unsere ehrliche, fachlich fundierte Antwort lautet: Nein. Wer Ihnen verspricht, dass ein jahrelang traumatisierter, fremdgefährdender Systemsprenger vom ersten Tag an friedlich in einer Einrichtung sitzt, arbeitet mit Unterdrückung oder Täuschung.
In unserem Wirkmodell der SOLSYSTEM Strukturkompetenz wissen wir um die Gesetzmäßigkeit der transformatorischen Kurve. Wenn ein Hochrisiko-Klient zu uns kommt, erfährt er erstmals eine Umgebung, die reizarm, hochstrukturiert und absolut berechenbar ist. Dieses Ausbleiben der gewohnten chaotischen Reize führt zunächst nicht zur Entspannung, sondern zu einer massiven Beziehungs- und Systemprüfung. Die Krise spitzt sich kurzfristig zu. Es wird unruhig. Der Jugendliche mobilisiert all seine alten Verhaltensmuster, um das System zu sprengen.
┌─────────────────────────────────────────────────────────┐
│ Transformatorische Kurve │
├─────────────────────────────────────────────────────────┤
│ │
│ Hochphase (Test) ──┐ │
│ │ (SOLPROTECT Schutz & Deeskalation) │
│ ▼ │
│ [Aushalten & Haltekraft] │
│ │ │
│ ▼ │
│ Konsolidierung (Echte Ruhe) │
└─────────────────────────────────────────────────────────┘
Genau hier unterscheidet sich unser Ansatz von klassischen Regelangeboten: Wir lassen uns von dieser kalkulierbaren Eskalationsphase nicht überraschen. Wir erwarten sie. Wir haben das Personal, die Räume, die Sicherheitskonzepte und die emotionale Stabilität, um diese Hochphase sicher durchzuwandern. Erst wenn der Jugendliche am eigenen Leib erfährt, dass seine stärksten Muster ins Leere laufen und nicht zum Abbruch führen, entspannt sich das Nervensystem schrittweise. Die Testfrequenz sinkt. Aus dem permanenten Kampfmodus wird Kooperation. Die eigentliche pädagogische Nachreifung beginnt.
SOLPROTECT: Sicherheitskonzepte und gewaltfreie Deeskalation ohne Repression
Um im Akutfall bei akuter Fremdgefährdung Handlungsfähigkeit zu garantieren, setzen wir auf unser eigens entwickeltes Sicherheits- und Kriseninterventionskonzept SOLPROTECT. Ein freier Platz im Hochrisiko-Bereich ist nutzlos, wenn der Träger beim ersten Wutanfall die Polizei rufen muss, weil das Personal schutzlos ist.
SOLPROTECT vereint die Expertise aus zertifizierter InsOFA-Sicherheitsarchitektur, Deeskalationstraining und De-Eskalations-Psychologie. Es basiert auf folgenden Grundsätzen:
- Verstärkte Einzelbetreuung (1:1 / 2:1): In Hochrisiko-Phasen arbeiten wir mit einem zweifachen Betreuungsschlüssel. Eine Fachkraft hält den direkten Beziehungskontakt und deeskaliert verbal, während die zweite Fachkraft den Raum absichert, Reizquellen abschirmt und im Notfall deeskalierende Schutzmaßnahmen einleitet.
- Bauliche und räumliche Reizreduktion: Unsere intensivpädagogischen Wohneinheiten sind so konzipiert, dass Verletzungsgefahren minimiert und Rückzugsorte für reizüberflutete Jugendliche geschaffen werden. Keine überladenen Räume, sondern klare, beruhigende Strukturen.
- Gewaltfreie Körperzentrierte Deeskalation: Wenn körperliche Übergriffe drohen, nutzen wir geschulte, schmerzwandelfreie Halte- und Ausweichtechniken. Ziel ist niemals die Bestrafung oder Fixierung, sondern das verletzungsfreie Stoppen der Fremdgefährdung und das anschließende Herunterregulieren (Ko-Regulation) des Jugendlichen.
- Transparente Risiko-Analyse: Als zertifizierte InsOFA-Fachkraft führe ich bei jeder Fallanfrage eine systematische Risiko- und Gefährdungseinschätzung durch, die den Anforderungen des § 8a SGB VIII und des § 79a SGB VIII vollumfänglich entspricht.
Die zwei Säulen der Transformation: Meine Arbeit im Krisenherd und Linda Potthofs Systemstabilisierung
Ein entscheidender Erfolgsfaktor von SOLSYSTEM liegt in der doppelten Perspektive unseres Führungs- und Betreuungsansatzes. Während ich mich mit meinen Teams direkt in den Krisenherd begib, vor Ort im Setting stehe, die strukturellen Rahmenbedingungen baue und im direkten Kontakt mit dem Jugendlichen die Deeskalation leiste, übernimmt meine Frau Linda Potthof eine ebenso essenzielle Rolle im Hintergrund.
Linda ist ausgewiesene Expertin, Speakerin und Buchautorin im Bereich ADHS, Neurodivergenz und familiäre Dynamiken. Ein Systemsprenger entsteht nicht im luftleeren Raum; er ist immer auch Produkt und Teil eines hochbelasteten Familiensystems. Während der Jugendliche in unserer Intensivmaßnahme stabilisiert wird, arbeitet Linda intensiv mit den Eltern, den Herkunftsfamilien oder den bisherigen Bezugspersonen.
Sie coached die Eltern, löst Schuldgefühle auf, vermittelt ein tiefes neurobiologisches Verständnis für die Erkrankung des Kindes und installiert neue Kommunikationsebenen. Wenn die Eltern verstehen, wie das ADHS-Gehirn oder die Bipolare Dynamik ihres Kindes funktioniert, verlieren die alten Schuldzuweisungen ihre Macht. Diese parallele Arbeit – die äußere Strukturierung und Haltekraft durch mich und das Krisenteam vor Ort sowie die innere Systemstabilisierung und Elternarbeit durch Linda – erzeugt eine Synergie, die selbst nach jahrelangen Abbruchspiralen nachhaltige Heilung ermöglicht.
Juristische und ökonomische Solidität im SGB VIII
Rechtssichere Verankerung nach § 27, § 35, § 35a und § 42 SGB VIII
Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jugendamt, im ASD, für Vormünder und Familiengerichte ist die fachliche Qualität eines Trägers nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die absolute rechtliche und administrative Passfähigkeit der Maßnahme. Eine Akut-Fallanfrage muss innerhalb kürzester Zeit auf ein solides juristisches Fundament gestellt werden.
Wir decken das gesamte Spektrum des SGB VIII ab und bieten maßgeschneiderte Hilfeformen:
- § 42 SGB VIII (Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen): Für den akuten Notfall, wenn am Freitagabend oder mitten in der Nacht unkompliziert ein geschützter Rahmen gebraucht wird, um Fremd- oder Eigengefährdung abzuwenden.
- § 27 Abs. 2 SGB VIII (Hilfe zur Erziehung in flexiblen Formen): Als flexible, intensivpädagogische Sonderform, wenn Regelleistungen nicht mehr greifen und maßgeschneiderte 1:1- oder 2:1-Settings aufgebaut werden müssen.
- § 35 SGB VIII (Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung – ISE): Das Kernstück für Systemsprengerinnen und Systemsprenger. Hier bieten wir hochintensive, zeitlich befristete oder längerfristig angelegte Betreuungsformen im In- und Ausland an, die auf eine vollständige Neuorientierung abzielen.
- § 35a SGB VIII (Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche): Bei vorliegenden Diagnosen wie Bipolarer Störung, ADHS oder PTBS erarbeiten wir gemeinsam mit den Gutachtern und Kinder- und Jugendpsychiatrien die passgenaue Teilhabeleistung.
- § 41 SGB VIII (Hilfe für junge Volljährige): Um den gefürchteten „Care Leaver“-Effekt zu vermeiden, begleiten wir Jugendliche über die Volljährigkeit hinaus, bis die Eigenständigkeit nachhaltig gefestigt ist.
Alle unsere Leistungsvereinbarungen sind mit den zuständigen Landesjugendämtern abgestimmt und entsprechen den Qualitätsentwicklungsstandards nach § 79a SGB VIII. Wir wissen, wie Berichte für das Familiengericht (§ 50 SGB VIII) oder Verfahrensbeistände verfasst werden müssen: präzise, emphasevoll, fachlich unangreifbar und frei von Polemik.
Betriebswirtschaftliche Evidenz: Warum Spezialisierung Kommunen vor Millionen-Follow-Kosten bewahrt
Intensivpädagogische Maßnahmen mit einem 1:1- oder 2:1-Betreuungsschlüssel verursachen auf den ersten Blick hohe Tagessätze. Blickt man jedoch mit kaufmännischer Nüchternheit und langjähriger Marketing- sowie Budgeterfahrung auf die Gesamtkosten einer Jugendhilfebiografie, kehrt sich diese Betrachtung radikal um.
Ein unversorgter Systemsprenger, der von einer Drehtür-Inobhutnahme in die nächste KJP-Einweisung taumelt, Sachbeschädigungen begeht, Polizeieinsätze auslöst, schwere Körperverletzungen verursacht und letztlich in der Jugendstrafvollzugsanstalt oder der Erwachsenenforensik landet, verursacht der öffentlichen Hand im Laufe seines Lebens Millionenbeträge.
KOSTENVERGLEICH IN DER JUGENDHILFEBIO-GRAFIE:
Unversorgte Abbruchspirale:
[KJP-Dauerbelegung] ➔ [Polizeieinsätze/Justiz] ➔ [Sachschäden] ➔ [Forensik/Sozialhilfe]
└──> Gesamtkosten: Mehrere Millionen Euro | Gesellschaftlicher Schaden: Immens
Investition in gezielte Intensivmaßnahme (SOLSYSTEM):
[Akut-Stabilisierung] ➔ [1:1 / 2:1 Betreuung] ➔ [Nachreifung/Reintegration]
└──> Gesamtkosten: Kalkulierbar & zeitlich befristet | Erfolg: Echte Verselbstständigung
Die Investition in eine hocheffiziente, zeitlich begrenzte Intensivmaßnahme bei der SOLSYSTEM Strukturkompetenz GmbH stoppt die Kaskade der Folgekosten sofort. Indem wir die Abbruchspirale durchbrechen, ermöglichen wir dem jungen Menschen den Schulabschluss, den Einstieg ins Berufsleben und die Integration in die Gesellschaft. Für die kämmereiseitige Betrachtung im Jugendamt bedeutet das: Echte Strukturkompetenz schützt nicht nur Menschenleben, sondern ist die wirtschaftlich vernünftigste Entscheidung, die eine Kommune treffen kann.
Die Praxis der Fallanfrage: Wie eine blitzschnelle Aufnahme gelingt
Transparenter Ablauf von der Erstanfrage bis zur Notfall-Inobhutnahme
Wenn Sie als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im ASD, als Vormund oder Richter vor einem akuten Fall stehen, brauchen Sie keine bürokratischen Hürden, sondern eine funktionierende Rettungskette. Wir haben den Prozess einer Fallanfrage so schlank und reaktionsschnell wie möglich gestaltet:
- Kontaktaufnahme (24/7-Direktlinie): Sie stellen Ihre Akut-Fallanfrage telefonisch oder über unser verschlüsseltes Anfragesystem. Sie sprechen direkt mit Entscheidungsträgern, die den Fall fachlich einschätzen können.
- Blitz-Assessment (innerhalb von 2 Stunden): Wir sichten die Vorbefunde, Diagnosen (ADHS, Bipolar, Bindungsstörung) und Gefährdungseinschätzungen. Wir klären die rechtliche Grundlage (§ 27, § 35, § 42 SGB VIII).
- Konzept- & Setting-Matching: Wir prüfen sofort unsere verfügbaren freien Plätze in unseren intensivpädagogischen Wohneinheiten und 1:1-Settings. Wir entscheiden nicht nach Aktenlage, sondern nach der Frage: Können wir dem Jugendlichen aktuell ein sicheres Setting garantieren?
- Aufnahme & SOLPROTECT-Aktivierung: Bei Zusage kann die Aufnahme innerhalb von 48 Stunden – in akuten Notfällen auch am selben Tag – erfolgen. Unser Krisenteam übernimmt den Jugendlichen direkt vor Ort (z. B. in der KJP oder der bisherigen Einrichtung).
Vom Kontrollverlust zur Perspektive: Der Übergang in das geschützte Reifungsumfeld
Der Moment der Übernahme ist sensibel. Der Jugendliche erwartet die nächste Ablehnung, die nächste Zurechtweisung. Unser Ankommen unterscheidet sich fundamental von bisherigen Erfahrungen: Kein Großaufgebot, keine Vorwürfe. Wir begegnen dem Jugendlichen auf Augenhöhe, mit klarer, ruhiger Präsenz und ohne Angst vor seinem Ruf.
In den ersten Tagen geht es ausschließlich um Sicherheit, Verpflegung, Schlaf und das Herunterfahren des zentralen Nervensystems. Keine komplexen Regelwerke, keine Überforderung. Schritt für Schritt etablieren wir die Tagesstruktur. Wenn die ersten Beziehungsprüfungen einsetzen, greift unser Sicherheitskonzept geräuschlos. Der Jugendliche erlebt, dass der Rahmen hält.
Egal, wie kompliziert die Vorgeschichte war, wie viele Abbrüche in der Akte stehen oder wie laut das Umfeld „Unbetreubar“ gerufen hat: Bei uns bekommt jeder junge Mensch die Chance auf ein neues Kapitel. Wir bieten nicht nur einen freien Platz – wir bieten die Haltekraft, die aus Verzweiflung echte Zukunft macht.
PERSÖNLICHES FAZIT VON MARCEL POTTHOF
Ich habe in all meinen Jahren im Hochrisiko-Setting der Kinder- und Jugendhilfe eines gelernt: Kein Kind wird als Systemsprenger geboren. Kein 14-Jähriger wacht morgens auf und beschließt aus freiem Willen, fremdgefährdend, aggressiv oder zerstört zu sein. Hinter jedem extremen Verhalten steckt eine Geschichte von tiefstem Schmerz, unerträglicher Reizüberflutung und der verzweifelten Suche nach Sicherheit.
Wenn Sie im Jugendamt, im ASD oder als Vormund an einem Punkt stehen, an dem Sie nicht mehr weiterwissen, an dem der Druck von allen Seiten wächst und die Akte Ihres Schützlings millimeterdick ist: Verzweifeln Sie nicht an den Grenzen des bisherigen Systems. Es gibt Alternativen zu Dauerunterbringungen in der Psychiatrie oder der Verwahrung in Notunterkünften.
Mit der SOLSYSTEM Strukturkompetenz GmbH haben meine Frau Linda und ich eine Struktur geschaffen, die genau dafür angetreten ist: Wir stehen da, wo es schwierig wird. Wir halten die Erschütterungen aus, wir bieten den sicheren Hafen und wir arbeiten Hand in Hand mit Ihnen zusammen – respektvoll, unbürokratisch, hochprofessionell und immer an der Seite des Kindes. Lassen Sie uns gemeinsam hinschauen, wo andere wegsehen. Denn jedes Kind hat das Recht auf einen Menschen, der nicht aufgibt.
Schicken Sie uns Ihre Fall Anfrage
Wenn Sie als Jugendamt, Einrichtung oder ASD vor einem Hilfeverlauf stehen, der festgefahren scheint, lohnt sich oft ein neuer Blick auf den Fall. Manchmal braucht es keine neue Maßnahme, sondern einen neuen Ansatz.
Sprechen Sie uns an. Wir prüfen Ihre Fallanfrage persönlich, diskret und mit der notwendigen Dringlichkeit. Lassen Sie uns gemeinsam feststellen, wie wir durch unsere freien Plätze im Hochrisiko-Setting wieder Sicherheit und Stabilität in den Hilfeverlauf bringen können.
Bei einer Akut-Fallanfrage reagieren wir innerhalb von zwei Stunden mit einer ersten fachlichen Rückmeldung. Wenn die Indikation passt und freie Plätze in unseren Settings verfügbar sind, kann die Aufnahme im Rahmen einer Inobhutnahme nach § 42 SGB VIII oder einer Eilmaßnahme nach § 35 SGB VIII innerhalb von 48 Stunden realisiert werden. Unser Kriseninterventions-Team ist darauf geschult, Jugendliche auch direkt aus Kliniken oder Notaufnahmen abzuholen.
Wir sind spezialisiert auf Kinder und Jugendliche (männlich/weiblich) im Hochrisiko-Setting. Dazu gehören junge Menschen mit komplexen Diagnosen wie Bipolarer Störung, schwerer ADHS, Fötalem Alkoholsyndrom (FASD), reaktiven Bindungsstörungen und PTBS. Unsere Anfragen betreffen vor allem Jugendliche mit massiver Fremdgefährdung, ausgeprägter Autoaggression, Schulverweigerung und einer Historie von mehreren Beziehungs- und Einrichtungsabbrüchen.
Über unser geschütztes Sicherheits- und Pädagogikkonzept SOLPROTECT. Wir arbeiten im Hochrisiko-Bereich mit verstärkten Betreuungsschlüsseln (1:1 oder 2:1), baulich reizarmen Räumen und speziell ausgebildeten Fachkräften. Unsere Teams beherrschen schmerzwandelfreie, deeskalierende Haltetechniken, die den Jugendlichen im Moment des Kontrollverlustes verletzungsfrei schützen und ko-regulieren. Wir nutzen Deeskalation durch Präsenz, Beziehung und physikalische Sicherheit statt Strafen.
Unsere Maßnahmen basieren auf den gesetzlichen Grundlagen des SGB VIII (§ 27, § 34, § 35, § 35a, § 42) sowie bei Bedarf des SGB IX. Die Kostenstrukturen werden über transparente Fachleistungsstunden oder vereinbarte Intensiv-Tagessätze abgerechnet, die den Anforderungen der Rechnungsprüfungsämter und Kostenträger entsprechen. Wir unterstützen die ASD-Fachkräfte umfassend bei der Erstellung der notwendigen Dokumente für das Hilfeplanverfahren nach § 36 SGB VIII.
Reguläre Wohngruppen stoßen bei extremen Beziehungsprüfungen und akuter Fremdgefährdung aufgrund von Gruppendynamiken und Personalschlüsseln an Grenzen. SOLSYSTEM bietet hochindividualisierte, flexible Settings (1:1/2:1), die von vornherein auf das Aushalten von schweren Beziehungsprüfungen ausgelegt sind. Zudem kombinieren wir die direkte Arbeit am Jugendlichen mit der systematischen Eltern- und Angehörigenarbeit durch Linda Potthof, um das gesamte Herkunftssystem nachhaltig zu entlasten.