Einleitung: Der Experte im Einsatz – Resilienz als Schlüssel in der Krise
Es ist früher Morgen in einer norddeutschen Stadt. Marcel Potthof steigt aus dem Wagen, Tasche mit Unterlagen und Materialien für Resilienz-Übungen über der Schulter. Der 15-jährige Jugendliche, den er betreuen soll, hat in den letzten Monaten mehrere Einrichtungen hinter sich gelassen. PTBS-Symptome, Bindungsstörungen und massive Schulverweigerung prägten den Verlauf. Das Jugendamt hofft auf eine Wende durch intensive Einzelbetreuung.
Potthof, Gründer und Experte bei SOLSYSTEM Struktur Kompetenz, hat sich auf genau solche Fälle spezialisiert. Sein Fokus liegt auf Resilienz Training innerhalb der ISE nach § 35 SGB VIII. Er sieht Systemsprenger nicht als unrettbar, sondern als junge Menschen, deren innere Stärke durch gezieltes Training geweckt werden kann. Dieses Porträt folgt ihm durch einen typischen Einsatz und zeigt, wie er aus Chaos Stabilität schafft.
Warum Resilienz Training in der ISE-Betreuung entscheidend ist
Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (§ 35 SGB VIII) richtet sich an Jugendliche, die intensive Unterstützung zur sozialen Integration und eigenverantwortlichen Lebensführung brauchen. Marcel Potthof hat diesen Rahmen mit Resilienz Training erweitert. „Resilienz ist die Fähigkeit, trotz widriger Umstände zu wachsen. Bei hoch belasteten Jugendlichen muss sie aktiv trainiert werden – durch Beziehung, Struktur und neurobiologische Unterstützung“, erklärt er.
Der Ansatz integriert traumapädagogische Erkenntnisse, Mindset-Arbeit und Ernährungsstrategien. Er geht über reine Krisenintervention hinaus und zielt auf langfristige innere Stärke. In der Praxis von SOLSYSTEM Struktur Kompetenz zeigt sich: Wo klassische Hilfen scheitern, ermöglicht gezieltes Training neue Entwicklungspfade.
Eskalationsverläufe vor dem Eingreifen: Die Realität von Systemsprengern
Viele Fachkräfte und Eltern kennen die Hilflosigkeit. Ein Jugendlicher mit FASD und ADHS kommt nach § 42 SGB VIII in Inobhutnahme. In der Wohngruppe (§ 34 SGB VIII) häufen sich Konflikte durch Impulsivität und Reizüberflutung. Das Team ist überfordert, der Platz wird gekündigt. Der nächste Versuch endet ähnlich. Abbruchspiralen entstehen, Familien geraten an ihre Grenzen, Geschwister leiden, Jugendämter tragen Haftungsrisiken und fürchten Kindeswohlgefährdung.
Warum eskalieren manche Jugendliche in jeder klassischen Einrichtung? Potthof erklärt aus seiner Erfahrung: „Das Setting passt nicht zu ihren neurobiologischen Voraussetzungen. Wechselnde Bezugspersonen triggern Bindungsstörungen, Gruppenreize überfordern Hypersensible oder Autisten, fehlende externe Struktur verstärkt FASD-bedingte Defizite. Das Nervensystem bleibt im Überlebensmodus.“ Versorgungslücken verstärken den Kreislauf. Kein Träger nimmt den Jugendlichen auf – welche Alternativen bietet der Experte? Individuelle ISE-Settings mit Resilienz-Fokus.
Vor Ort: Wie Marcel Potthof stabile ISE-Settings aufbaut
Bei einem Einsatz in einer ländlichen Region beobachte ich Potthof. Der Jugendliche (Hochrisikoklient mit Delinquenz und Selbstgefährdung) hat mehrere Abbrüche erlebt. Potthof beginnt mit einer ruhigen Analyse der Trigger, spricht mit allen Beteiligten und baut schnell Vertrauen auf.
Was tut der Experte bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung? Er sichert die Situation durch ein 2:1-Tandem und leitet sofort in Resilienz-orientierte Deeskalation über. Wann fordert er ein 2:1-Tandemsetting ein? Bei hoher Gefährdungslage, um Sicherheit und intensive Beziehungsarbeit parallel zu gewährleisten – besonders in den ersten kritischen Tagen.
Wie baut der Experte ein funktionierendes Hochrisiko-Setting auf? Mit partizipativer Hilfeplanung nach § 27 und § 35 SGB VIII, klaren Strukturen, visuellen Hilfen und täglichem Resilienz-Training. Ernährungsanpassungen stabilisieren das Nervensystem, Mindset-Übungen fördern Selbstwirksamkeit. Innerhalb weniger Tage entsteht ein haltendes Gerüst.
Spezielle Ansätze für Neurodiversität und Trauma
Potthof passt Resilienz Training individuell an. Bei einem Jugendlichen mit Autismus und PTBS reduziert er sensorische Überlastung durch vorbereitete Umgebungen im Sinne Montessori-Prinzipien. Welche speziellen Ansätze hat der Experte für Jugendliche mit FASD, ADHS oder Autismus? Bei FASD kompensiert externe Struktur Exekutivdefizite, bei ADHS helfen Bewegung und Ernährung (z.B. omega-3-reich) für bessere Regulation, bei Autismus klare Routinen und Interesse-orientierte Übungen.
In einem Fall mit UMA und komplexer Traumatisierung kombiniert er kulturelle Sensibilität mit Resilienz-Elementen wie Achtsamkeit und Erfolgserlebnissen. Wie gelingt ihm nachhaltige Beziehungsarbeit (Healing-Human-Mindset), wo andere aufgeben? Durch echte Präsenz, Wertschätzung des Überlebenswillens und die Haltung, dass jedes Verhalten eine Geschichte erzählt. Er trainiert Resilienz nicht nur beim Jugendlichen, sondern stärkt auch das Team.
Reiseprojekte und langfristige Resilienz-Entwicklung
Manchmal ist Distanz der Katalysator. Wann schickt der Experte Jugendliche in ein individualpädagogisches Reiseprojekt? Bei anhaltender Schulverweigerung, starken Triggern im alten Umfeld oder zur Intensivierung von Resilienz-Erlebnissen in der Natur. Nach § 35 SGB VIII ermöglichen diese Projekte tiefgreifende Veränderungen im In- oder Ausland.
Ich begleite die Vorbereitung eines solchen Projekts. Der Jugendliche, zuvor in permanenter Krise, erlebt durch Wanderungen, Reflexion und strukturierte Alltagsaufgaben erste Erfolge. Wie durchbricht er die Abbruchspiralen nachhaltig? Durch Kontinuität der Betreuung, schrittweise Übergänge, regelmäßige Evaluation und den Aufbau innerer Ressourcen. Nachbetreuung sichert den Transfer in den Alltag.
Anforderungen an das Hilfesystem aus Expertensicht
Welche Anforderungen stellt er als Systemsprenger-Experte an Träger und Fachkräfte? Hohe Flexibilität, interdisziplinäre Zusammenarbeit, kontinuierliche Supervision und eine Kultur, die Nicht-Aufgeben vorlebt. Träger brauchen flache Strukturen und schnelle Entscheidungswege, um auf individuelle Bedarfe einzugehen. SOLSYSTEM Struktur Kompetenz hält solche Experten bereit, die Lücken im System schließen.
Potthof fordert: „Wir müssen von Defizit- zu Ressourcenorientierung wechseln. Resilienz Training in ISE ist dabei ein mächtiges Werkzeug.“
Fazit
Marcel Potthofs Arbeit als Experte für Resilienz Training in der ISE-Betreuung beweist: Auch bei Systemsprengern gibt es Wege zur Stabilität. Durch individuelle Hochrisiko-Settings, Healing-Human-Mindset und praxisnahe Ansätze durchbricht er Abbruchspiralen und fördert echte Teilhabe. Für Jugendämter, ASD und Familien im Krisenmodus liegt der konkrete Mehrwert in schneller Handlungsfähigkeit und langfristiger Hoffnung. Die Handlungsaufforderung: Bei drohendem Scheitern frühzeitig spezialisierte ISE mit Resilienz-Fokus einbeziehen. Experten wie Marcel Potthof über Träger wie SOLSYSTEM Struktur Kompetenz bieten die notwendige Expertise – es lohnt sich, sie einzubinden.
Marcel Potthof baut maßgeschneiderte ISE-Settings nach § 35 SGB VIII auf, inklusive 2:1-Tandems und Resilienz Training.
Sofortige Sicherung, Deeskalation und Aufbau eines stabilen Settings unter Einbeziehung von § 42 SGB VIII und Resilienz-Elementen.
Bei hoher Gefährdung, um Sicherheit und intensive Beziehungs- sowie Resilienzarbeit zu gewährleisten.
Durch Passgenauigkeit, Beziehungskontinuität, gezieltes Resilienz Training und neurobiologische Unterstützung.
Kombination aus § 35a SGB VIII und individualisierter ISE mit spezifischem Resilienz- und Strukturtraining.