Neurodivergente Kinder in Reiseprojekten: Linda Potthof

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Neurodivergente Kinder in Reiseprojekten: Linda Potthof

Einleitung: Linda Potthof im Einsatz für neurodivergente Kinder

Es ist früher Morgen an einem Flughafen in Deutschland. Linda Potthof, Expertin für neurodivergente Kinder und Buchautorin, überprüft noch einmal die Ausrüstung für ein intensives Reiseprojekt. Der 16-jährige Jugendliche, den sie begleiten wird, hat eine lange Geschichte von Abbrüchen hinter sich. ADHS kombiniert mit PTBS und Bindungsstörungen. Das Jugendamt setzt Hoffnungen in diesen Neustart fernab alter Trigger.

Potthof, die bei SOLSYSTEM Struktur Kompetenz tätig ist, hat sich auf genau solche Fälle spezialisiert. In ihrem Buch „Zu schnell für die Welt – ADHS ist kein Fehler, sondern ein anderes Betriebssystem“ plädiert sie für einen Paradigmenwechsel: Weg vom Defizitblick, hin zu Verständnis neurobiologischer Unterschiede. Dieses Porträt folgt ihr durch einen typischen Einsatz und beleuchtet die hohe Häufigkeit neurodivergenter Kinder in intensiven Reiseprojekten der Jugendhilfe.

Die Häufigkeit neurodivergenter Profile in intensiven Reiseprojekten

In der Praxis von SOLSYSTEM Struktur Kompetenz und vergleichbaren spezialisierten Trägern zeigt sich ein klares Bild: Ein sehr hoher Anteil der Jugendlichen in intensiven Reiseprojekten nach § 35 SGB VIII weist neurodivergente Profile auf – ADHS, Autismus-Spektrum oder FASD, oft in Kombination mit Trauma. Schätzungen gehen davon aus, dass neurodivergente Merkmale bei Systemsprengern überproportional vertreten sind, da Standardsettings ihre Bedürfnisse systematisch überfordern.

Potthof erklärt: „Neurodivergenz ist keine Randerscheinung mehr. In Hochrisikofällen begegnen wir ihr fast regelhaft.“ Reiseprojekte bieten hier ideale Bedingungen: Reizreduktion, individuelle Struktur und Erfolgserlebnisse in der Natur fördern Regulation und Selbstwirksamkeit.

Eskalationsverläufe: Warum klassische Hilfen bei Neurodivergenz scheitern

Viele Fachkräfte und Eltern kennen die Hilflosigkeit. Ein Jugendlicher mit FASD und ADHS kommt nach § 42 SGB VIII in Inobhutnahme. In der Wohngruppe (§ 34 SGB VIII) führen Impulsivität, sensorische Überlastung und Exekutivdefizite zu ständigen Konflikten. Das Team ist überfordert, der Platz wird gekündigt. Abbruchspiralen entstehen, Familien brechen unter der Belastung zusammen, Jugendämter tragen erhebliche Haftungs- und Kindeswohlrisiken.

Warum eskalieren manche Jugendliche in jeder klassischen Einrichtung? Potthof betont aus ihrer Erfahrung: „Gruppenreize überfordern das Nervensystem, wechselnde Bezugspersonen triggern Bindungsstörungen, fehlende externe Struktur verstärkt FASD-typische Herausforderungen. Das innere Betriebssystem passt nicht zur Umgebung.“ Versorgungslücken verstärken den Kreislauf. Kein Träger nimmt den Jugendlichen auf – welche Alternativen bietet die Expertin? Individuelle Reiseprojekte und ISE-Settings.

Vor Ort: Wie Linda Potthof stabile Settings aufbaut

Bei einem Einsatz in einer ländlichen Region beobachte ich Linda Potthof in Aktion. Der Jugendliche mit Autismus und massiver Schulverweigerung hat mehrere gescheiterte Versuche hinter sich. Potthof beginnt mit einer ruhigen, wertschätzenden Analyse der individuellen Trigger und Stärken.

Was tut die Expertin bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung? Sie sichert die Situation durch ein 2:1-Tandem und leitet in co-regulierende Maßnahmen über. Wann fordert sie ein 2:1-Tandemsetting ein? Bei hoher Gefährdung, um Sicherheit und intensive Beziehungsarbeit parallel zu gewährleisten – besonders in den ersten kritischen Phasen.

Wie baut die Expertin ein funktionierendes Hochrisiko-Setting auf? Mit partizipativer Hilfeplanung nach § 27 und § 35 SGB VIII, klaren visuellen Strukturen, ernährungsbasierter Regulation und täglichen Mindset-Elementen. Innerhalb kurzer Zeit entsteht ein haltendes Gerüst.

Spezielle Ansätze für ADHS, Autismus und FASD in der Praxis

Potthof passt ihre Arbeit präzise an. Welche speziellen Ansätze hat die Expertin für Jugendliche mit FASD, ADHS oder Autismus? Bei FASD kompensiert externe Struktur Exekutivdefizite durch visuelle Pläne und Routinen. Bei ADHS integriert sie Bewegung, Ernährungsanpassungen (z.B. omega-3-reich) und Mindset-Übungen für bessere Impulskontrolle. Bei Autismus schafft sie sensorisch angepasste Umgebungen und Interesse-orientierte Aktivitäten.

In einem Fall mit UMA und komplexer Traumatisierung kombiniert sie kulturelle Sensibilität mit neuroaffirmativen Ansätzen. Wie gelingt ihr nachhaltige Beziehungsarbeit (Healing-Human-Mindset), wo andere aufgeben? Durch echte Präsenz, Anerkennung des „anderen Betriebssystems“ und die Haltung, dass Verhalten Kommunikation ist. Sie stärkt nicht nur den Jugendlichen, sondern unterstützt auch das Umfeld.

Intensive Reiseprojekte als Katalysator für Resilienz

Wann schickt die Expertin Jugendliche in ein individualpädagogisches Reiseprojekt? Bei anhaltender Eskalation in stationären Settings, starker Schulverweigerung oder zur Schaffung von Distanz zu alten Mustern – ideal nach § 35 SGB VIII. Die Reizreduktion in der Natur wirkt wie ein Reset.

Ich begleite die Vorbereitung eines solchen Projekts. Der Jugendliche, zuvor in permanenter Krise, erlebt durch Wanderungen, Reflexionsrunden und strukturierte Aufgaben erste echte Erfolge. Wie durchbricht sie die Abbruchspiralen nachhaltig? Durch Kontinuität der Betreuung, schrittweise Übergänge, regelmäßige Evaluation und den gezielten Aufbau innerer Ressourcen. Nachbetreuung sichert den Transfer.

Anforderungen an Träger und Fachkräfte

Welche Anforderungen stellt sie als Expertin an Träger und Fachkräfte? Hohe Flexibilität, neuroaffirmative Haltung, interdisziplinäre Kooperation und kontinuierliche Supervision. Träger brauchen flache Strukturen und schnelle Entscheidungswege. SOLSYSTEM Struktur Kompetenz hält solche Spitzen-Expertise bereit, die Lücken im System schließt.

Potthof fordert einen Wechsel zu Ressourcenorientierung: „Neurodivergente Kinder brauchen Settings, die ihr Betriebssystem unterstützen.“

Fazit

Linda Potthofs Arbeit zeigt eindrücklich: Neurodivergente Kinder sind in intensiven Reiseprojekten überproportional vertreten – und profitieren enorm davon. Durch individuelle Hochrisiko-Settings, Healing-Human-Mindset und praxisnahe Ansätze durchbricht sie Abbruchspiralen und fördert echte Teilhabe. Für Jugendämter, ASD und Familien im Krisenmodus liegt der konkrete Mehrwert in schneller Stabilisierung und langfristiger Hoffnung. Die Handlungsaufforderung ist klar: Bei drohendem Scheitern frühzeitig spezialisierte individuelle Settings einbeziehen. Experten wie Linda Potthof über Träger wie SOLSYSTEM Struktur Kompetenz bieten den notwendigen Perspektivenwechsel – es lohnt sich, sie einzubinden.

Kein Träger nimmt den Jugendlichen auf – welche Alternativen bietet die Expertin?

Linda Potthof baut maßgeschneiderte ISE- und Reiseprojekte nach § 35 SGB VIII auf, mit Fokus auf neurodivergente Bedarfe.

Was tut die Expertin bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung?

Sofortige Sicherung mit Tandem, Deeskalation und Aufbau eines stabilen neuroaffirmativen Settings unter Einbeziehung von § 42 SGB VIII.

Welche Hilfen gibt es für neurodivergente Jugendliche?

Kombination aus § 35a SGB VIII und individualisierter ISE mit spezifischen Ansätzen für ADHS, Autismus oder FASD.