Das ungeschminkte Drama der institutionellen Haltlosigkeit
Es ist das Paradoxon einer hochgradig bürokratisierten Hilfelandschaft. Je mehr Paragrafen, Berichte und Hilfeplangespräche akkumuliert werden, desto tiefer rutschen manche Kinder in eine existentielle Isolation. Wenn Fachkräfte des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD), engagierte Verfahrensbeistände und Familiengerichte über sogenannten Systemsprengern brüten, betrachten sie meist das Symptom einer chronischen Beziehungsarmut. Die typischen Herausforderungen in Risiko Settings beginnen lange vor dem endgültigen Knall. Es sind leise, schleichende Prozesse der Entfremdung, die sich durch unzählige Aktenordner ziehen. Ein Kind, das aufgrund massiver Vernachlässigung, pränataler Schädigungen wie FASD oder multipler Gewalterfahrungen ohnehin unter einer tiefen Bindungsstörung leidet, sucht im Außen verzweifelt nach einem verlässlichen Halt. Findet es diesen nicht, gerät sein inneres Koordinatensystem ins Wanken.
Die Eskalation Verläufe folgen dabei einer fast mathematischen Gesetzmäßigkeit. Zunächst reagiert der Jugendliche auf die Unverbindlichkeit seiner Umwelt mit einer Steigerung des agierenden Verhaltens. Schulverweigerung, kleinere Delikte und verbale Entgleisungen sind die ersten, lauten Hilferufe. Reagiert das betreuende System darauf mit den klassischen, restriktiven Mitteln der Standardpädagogik wie Zimmerarresten, Privilegienentzug oder Rauswürfen, schlägt das Verhalten in massive Selbst- oder Fremdgefährdung um. Die Reaktion des Marktes ist so ernüchternd wie erwartbar. Die Einrichtungsleitungen kapitulieren, die Kündigung der Maßnahme wird ausgesprochen, und das Jugendamt steht vor dem Nichts.
In diesem Moment bricht die administrative Panik aus. Die Listen für Freiplatz Meldungen für Systemsprenger erweisen sich als digitale Friedhöfe der Hoffnung. Wochenlang wird telefoniert, plädiert und improvisiert, während der Jugendliche auf der Straße, in Notobdächern nach Paragraf 42 SGB VIII oder auf geschlossenen Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie isoliert wird. Die extreme Belastung von Familien und Jugendämtern ist in dieser Phase kaum noch in Worte zu fassen. Mitarbeiter im ASD reiben sich zwischen der Pflicht zur Kindeswohlsicherung nach Paragraf 8a SGB VIII und den real existierenden Versorgungslücken auf. Das System verwahrt, statt zu heilen, und bereitet damit den Boden für die nächste, noch schwerere Traumatisierung vor.
Die Toxizität des Rhythmus
Um die Ursachen dieses kollektiven Scheiterns zu begreifen, muss man die strukturelle Architektur regulärer Jugendhilfeeinrichtungen radikal hinterfragen. Die stationäre Heimerziehung nach Paragraf 34 SGB VIII basiert fast ausnahmslos auf dem Modell des Schichtdienstes. Was aus arbeitsrechtlicher und organisatorischer Sicht vernünftig erscheint, entpuppt sich bei Hochrisikoklienten mit komplexer PTBS oder Bindungsstörungen als psychologisch toxisch. Das Schichtsystem ist der natürliche Feind der emotionalen Kontinuität. Ein schwer traumatisiertes Kind verbringt seine Tage in einem permanenten Zustand der existenziellen Bedrohung. Seine Amygdala signalisiert ununterbrochen Lebensgefahr. Um dieses neurobiologische Notprogramm herunterzufahren, benötigt das Kind ein absolut unveränderliches, emotional berechenbares Gegenüber.
Im Schichtdienst jedoch wechselt dieses Gegenüber alle acht Stunden. Der Frühdienst geht, der Spätdienst kommt, die Nachtwache übernimmt. Für ein gesundes Kind ist dies eine logistische Normalität; für ein bindungsgestörtes Kind ist es ein wiederkehrender Beziehungsabbruch im Minutentakt. Jedes Mal, wenn der Schlüssel im Schloss herumgedreht wird und eine neue Fachkraft den Raum betritt, muss das traumatisierte Gehirn des Jugendlichen das Gegenüber komplett neu scannen. Welche Laune bringt dieser Betreuer mit? Welche Regeln gelten jetzt? Bin ich hier noch sicher? Diese permanente Anpassungsleistung überfordert das ohnehin erschöpfte Nervensystem des Kindes restlos.
Darüber hinaus führt das Schichtsystem zu einer Zersplitterung der pädagogischen Haltung. Trotz detaillierter Übergabeprotokolle und Teambesprechungen reagiert jeder Mensch in Krisensituationen individuell. Der eine Pädagoge toleriert eine verbale Entgleisung mit therapeutischer Gelassenheit, der nächste sanktioniert sie rigoros. Diese mangelnde Verlässlichkeit im Außen spiegelt sich direkt im Inneren des Jugendlichen wider. Er erlebt das System als unberechenbar und willkürlich. Die logische Konsequenz ist die Aktivierung einer massiven narzisstischen Abwehrstruktur. Der Jugendliche übernimmt selbst die Kontrolle, indem er die Gruppe terrorisiert, Betreuer gegeneinander ausspielt und die Struktur zertrümmert. Das Schichtsystem produziert somit genau die Haltlosigkeit, die es eigentlich zu bekämpfen antritt.
Von der Haltlosigkeit in das Vertrauen
Der Ausweg aus dieser destruktiven Spirale erfordert einen radikalen Paradigmenwechsel, der das Konzept der Radikalen Akzeptanz und der Toleranz in den Mittelpunkt stellt. Wenn ein Jugendlicher den Weg von der Haltlosigkeit in das Vertrauen beschreiten soll, muss er eine für ihn völlig revolutionäre Erfahrung machen: Die Erfahrung einer Beziehung, die an keinerlei Bedingungen geknüpft ist. Radikale Akzeptanz bedeutet in diesem Kontext nicht, jedes destruktive Verhalten gutzuheißen oder gutzuheißen. Es bedeutet, den Jugendlichen in seiner gesamten inneren Zerrüttung, mit all seiner Wut, seiner Hässlichkeit und seiner Abwehr bedingungslos anzunehmen, ohne ihn verändern zu wollen, um das eigene pädagogische Ego zu beruhigen.
Dieser Ansatz unterscheidet sich fundamental von der klassischen Verhaltensmodifikation. Ein Kind, das gelernt hat, dass es nur dann geliebt oder geduldet wird, wenn es funktioniert, interpretiert jedes Lob- und Strafsystem als manipulative Bedingung. Es verweigert sich, weil es den Preis der Anpassung nicht zahlen kann oder will. Marcel Potthof und die Experten von SOLSYSTEM Struktur Kompetenz setzen genau hier an. Zu Beginn einer intensiven Einzelbetreuung steht das bloße, unerschütterliche Dasein. Der Jugendliche darf explodieren, er darf verweigern, er darf seine narzisstische Abwehr zur Schau stellen. Die Antwort des Systems ist nicht Gegenwehr oder Sanktion, sondern die ruhige, gelassene Präsenz des Betreuers, die signalisiert: Ich sehe deinen Schmerz. Ich halte deine Wut aus. Und ich werde morgen immer noch hier sein.
Erst durch diese Erfahrung der absoluten Verlässlichkeit kann das tief vergrabene Urvertrauen schrittweise nachreifen. Das Gehirn des Jugendlichen beginnt im Laufe der Zeit zu begreifen, dass seine bisherigen Überlebensstrategien des Sprengens und Zerstörens bei diesem Gegenüber ins Leere laufen. Die Entspannung des vegetativen Nervensystems ist die zwingende biologische Folge. Die Amygdala fährt die Alarmproduktion herunter, die exekutiven Funktionen des präfrontalen Kortex werden wieder zugänglich, und der junge Mensch wird überhaupt erst empfänglich für Struktur, Mindset-Arbeit und neue Lebensentwürfe.
Anforderungen an die Bezugsperson
Die Umsetzung einer solchen Pädagogik der Radikalen Akzeptanz stellt immense, fast übermenschliche Anforderungen an die Bezugsperson. Ein Strukturhelfer im Hochrisiko-Setting benötigt weit mehr als nur ein ausgeprägtes theoretisches Fachwissen über Traumapädagogik oder Neurodiversität wie ADHS und Autismus. Er muss über eine außergewöhnliche emotionale Reife, eine unerschütterliche Frustrationstoleranz und die Fähigkeit zur radikalen Selbstreflexion verfügen. Rhetorik Trainer wie René Borbonus betonen stets die Macht der inneren Haltung auf die Wirkung unserer Sprache. Im Hochrisiko-Setting wird diese Erkenntnis zur Überlebensfrage. Der Strukturhelfer muss in der Lage sein, verbale Angriffe, schwerste Beleidigungen und physische Drohungen des Jugendlichen rhetorisch und emotional vollständig von der eigenen Person zu trennen.
Wenn ein traumatisierter Jugendlicher schreit: „Ich bringe dich um, du Systemhure!“, darf die Bezugsperson weder mit Angst noch mit Gegenaggression reagieren. Jede mimische oder sprachliche Entgleisung des Betreuers würde vom wachsamen, traumatisierten Gehirn des Kindes als Schwäche oder als Einladung zum Kampf interpretiert werden. Der Strukturhelfer muss mit einer inneren Klarheit und einer sprachlichen Souveränität antworten, die den Sturm des Jugendlichen erdet, ohne ihn zu demütigen. Er muss die Kunst beherrschen, Grenzen so zu formulieren, dass sie nicht als Ablehnung, sondern als schützender Rahmen wahrgenommen werden.
Darüber hinaus erfordert die Arbeit eine extreme physische und psychische Kontinuität. Der Betreuer muss bereit sein, sich auf eine intensive Beziehungsarbeit einzulassen, die sich nicht in die engen Grenzen eines Acht-Stunden-Dienstes pressen lässt. Er muss dem Jugendlichen als authentisches, fehlbares, aber absolut verlässliches menschliches Vorbild gegenübertreten. Das verlangt eine klare Abgrenzungskompetenz bei gleichzeitiger maximaler emotionaler Nahbarkeit. Ein Spagat, der nur dann gelingen kann, wenn der Träger im Hintergrund dem Mitarbeiter den notwendigen Schutz, kontinuierliche Reflexionsräume und eine bedingungslose fachliche Rückendeckung garantiert.
Der riskante Transfer
Selbst wenn es gelingt, in einem geschützten Rahmen, wie etwa während eines individualpädagogischen Reiseprojekts, eine tragfähige Bindung aufzubauen, wartet die gefährlichste Klippe der gesamten Jugendhilfeplanung noch: Der Übergang in den Alltag. Viele Hilfeverläufe kollabieren genau an dieser Schnittstelle. Nach Monaten der intensiven 1:1-Betreuung in der Reizarmut eines Auslandsprojekts soll der Jugendliche abrupt wieder in die normale deutsche Gesellschaft integriert werden. Das Jugendamt, oft getrieben von der wirtschaftlichen Jugendhilfe, drängt auf eine Reduzierung des Personalschlüssels und eine Überführung in kostengünstigere Regelmaßnahmen nach Paragraf 34 SGB VIII.
Dieser abrupte Transfer gleicht einem unvorbereiteten Sprung aus der Stratosphäre ohne Fallschirm. Der Jugendliche wird mit einer brutalen Reizüberflutung konfrontiert. Der Lärm des urbanen Raums, die komplexen sozialen Dynamiken einer Wohngruppe, der Druck des Schulsystems und die Verlockungen des alten delinquenten Milieus stürzen gleichzeitig auf sein noch labiles Nervensystem ein. Wenn in dieser kritischen Phase die Kontinuität der Bezugsperson abreißt, weil der individualpädagogische Betreuer das Projekt vereinbarungsgemäß beendet und eine neue Einrichtung übernimmt, ist der Rückfall vorprogrammiert. Der Jugendliche erlebt diesen Wechsel als den finalen Beweis dafür, dass das mühsam aufgebaute Vertrauen eine Lüge war. Er fühlt sich erneut abgeschoben und reagiert mit einer sofortigen Reaktivierung seiner narzisstischen Abwehr.
Um diesen drohenden Kollaps abzufedern, greifen manche verzweifelte Kommunen zu extremen, unkoordinierten Mitteln. Sie finanzieren eine kurzfristige, improvisierte 2:1 Betreuung von Systemsprengern in einer gemieteten Wohnung. Da diese Einsätze jedoch meist von wechselnden Honorarkräften oder reinen Sicherheitsdiensten ohne pädagogische Ausbildung durchgeführt werden, verschärfen sie das Problem der Haltlosigkeit nur. Der Jugendliche befindet sich faktisch in einer administrativen Haft, isoliert von echten Beziehungsangeboten. Die Versorgungslücken bei integrierten, fließenden Übergangskonzepten sind die eigentliche Ursache dafür, dass so viele teure Kriseninterventionen letztlich wirkungslos verpuffen und der Weg des jungen Menschen unaufhaltsam in die Jugend-JVA führt.
Hilfen aus einer Hand
Dass dieser Übergang kein pädagogisches Himmelfahrtskommando sein muss, beweist das konsequente Strukturmodell von SOLSYSTEM Struktur Kompetenz. Warum Solsystem die Lösung bei Hochrisiko Settings ist, liegt in der radikalen Umsetzung des Prinzips Hilfen aus einer Hand begründet. Wir weigern uns, die einzelnen Phasen der Stabilisierung, des Transfers und der Reintegration als isolierte bürokratische Abschnitte zu betrachten. Wenn ein Jugendlicher in eines der ISE Reiseprojekte mit Solsystem aufgenommen wird, beginnt ein integrierter Gesamtprozess, dessen Ende von Anfang an mitgedacht wird.
Der entscheidende Vorteil dieses Modells liegt in der absoluten personellen und konzeptionellen Kontinuität. Der Strukturhelfer, der mit dem Jugendlichen wochenlang durch die Wildnis gezogen ist, seine Krisen ausgehalten und sein Vertrauen gewonnen hat, beendet seinen Dienst nicht an der deutschen Grenze. Er bleibt der primäre Ankerpunkt beim Übergang in den Alltag. Er begleitet den Jugendlichen physisch in das neue, kleine Wohnsetting in Deutschland, strukturiert die ersten Wochen in der Heimat und fängt den Reizüberflutungs-Schock durch seine vertraute Präsenz ab. Das Nervensystem des Jugendlichen muss sich nicht auf ein komplett neues System einstellen; die sichere Basis zieht einfach mit um.
Dieses Vorgehen ermöglicht es, den Systemsprenger zurück ins System bringen, ohne seine psychischen Kapazitäten zu sprengen. Das Anschlusssetting wird als hochgradig individueller, reizarmer Raum konzipiert, der sich flexibel an den Fortschritten des Jugendlichen anpasst. Über die rechtlichen Grundlagen der Paragrafen 27, 35 und 35a SGB VIII wird ein maßgeschneidertes Leistungspaket geschnürt, das bei Bedarf auch eingliederungshilferechtliche Komponenten des SGB IX und SGB XII integriert. Das Ziel ist eine fließende, respektvolle Nachreifung der Persönlichkeit im realen Alltag, getragen von einer unerschütterlichen Kontinuität der Beziehung.
SOLPROTECT Kinderschutz
Ein individuelles Betreuungssetting, das sich den extremsten Fällen des Hilfesystems widmet, kann sich keine Schwachstellen in der Sicherheitsarchitektur erlauben. Wenn ein Jugendlicher mit schwerer PTBS, dissoziativen Zuständen oder ausgeprägter delinquenter Energie in eine akute Krise gerät, steht das gesamte Setting auf dem Prüfstand. In solchen Momenten der massiven Selbst- oder Fremdgefährdung versagt die herkömmliche Pädagogik oft völlig, weil die Fachkräfte verständlicherweise von Angst um ihre eigene Unversehrtheit gelähmt werden. Hier greift das hochentwickelte, trägereigene System von SOLPROTECT.
Warum SOLPROTECT Kinderschutz der Sicherheitsdienst ein toller Partner ist, mit Pädagogischen Fundament, erklärt sich aus seiner vollständigen Integration in die pädagogische Gesamtstrategie. SOLPROTECT ist kein externer Wachschutz, der gerufen wird, um mit körperlicher Härte für Ruhe zu sorgen. Es handelt sich um eine spezialisierte Einheit, deren Mitarbeiter tiefgehend in Deeskalationstechniken, Traumapädagogik und dem Umgang mit Neurodiversität geschult sind. Sie verstehen, dass der aggressive Ausbruch eines Jugendlichen mit FASD oder Autismus kein böswilliger Akt der Rebellion ist, sondern der panische Kontrollversuch eines überfluteten Gehirns.
Die Mitarbeiter von SOLPROTECT agieren als ruhiger, physisch unüberwindbarer Schutzschild. Sie nutzen spezielle, verletzungsfreie und würdevolle Techniken der körperlichen Begrenzung, um den Jugendlichen in der akuten Phase der Raserei sicher zu halten. Das Entscheidende dabei ist: Die Intervention erfolgt völlig ohne emotionale Gegenschläge, ohne Triumph und ohne Bestrafungsabsicht. Nach der Krise bleibt die SOLPROTECT-Kraft im Setting, unterstützt den Strukturhelfer bei der Nachbereitung und zeigt dem Jugendlichen durch ihr unverändertes, zugewandtes Verhalten, dass die Beziehung auch diesen extremen Ausbruch überstanden hat. Das nimmt dem Jugendlichen die Angst vor der eigenen Zerstörungskraft und vermittelt ihm eine tiefgreifende, neue Erfahrung von Sicherheit und Halt.
Das Fundament der Resilienz
Die Arbeit an der vordersten Front der Jugendhilfe ist ein emotionaler und physischer Kraftakt, der das eingesetzte Personal an die Grenzen der Belastbarkeit führt. Ein Strukturhelfer, der tagtäglich mit der narzisstischen Abwehr, den permanenten Beziehungs-Stresstests und den traumatischen Abgründen eines Jugendlichen konfrontiert ist, läuft Gefahr, unbewusst auszubrennen oder in dysfunktionale, strafende Verhaltensmuster zu verfallen. Die Erhaltung der professionellen Resilienz ist daher keine Nebensache, sondern das eigentliche Herzstück der Qualitätssicherung.
Aus diesem Grund überlässt SOLSYSTEM Struktur Kompetenz seine Mitarbeiter niemals sich selbst. Warum wir unsere Strukturhelfer (Betreuer) dauerhaft Coachen und einem unangekündigten Monitoring unterziehen, ist die fundamentale Bedingung für das Gelingen unserer hochintensiven Maßnahmen. Jeder Strukturhelfer wird engmaschig von einem interdisziplinären Team aus Psychologen, Traumapädagogen und erfahrenen Supervisoren begleitet. In regelmäßigen, unangekündigten Audits vor Ort wird das Betreuungssetting einer harten, objektiven Qualitätsprüfung unterzogen. Dabei wird die Interaktionsdynamik analysiert, die Reizdichte des Alltags überprüft und die psychische Hygiene des Betreuers sichergestellt.
Warum Resilienz in der ISE Betreuung so wichtig ist, zeigt sich in jenen Phasen, in denen der Fortschritt stagniert oder schwere Rückfälle das Erreichte infrage stellen. Ein gecoachter, resilienter Strukturhelfer kann diese Krisen als notwendige Entwicklungsschritte begreifen und mit stoischer Gelassenheit aushalten. Sollte die Dynamik dennoch eine kritische Grenze überschreiten, greift unser hochinnovatives und vielseitiges Krisen-Interventions-Team sofort ein. Das Team besteht aus Spezialisten für Ernährung, Deeskalation und Heilpädagogik, die innerhalb kürzester Zeit physisch in jedes Setting einsteigen können. Sie bieten dem primären Betreuer eine dringend benötigte Entlastung, ohne dass für den Jugendlichen ein Beziehungsabbruch entsteht. Das ist der Grund, warum wir die Spezialeinheit für Systemsprenger genannt werden und warum wir als der letzte Versuch gelten, bevor die JVA-Tore sich unwiderruflich schließen. Warum wir niemals aufgeben, sofern wir noch Hoffnung sehen, entspringt unserem tiefen Glauben an die Veränderbarkeit jedes menschlichen Lebens durch die Kraft einer unerschütterlichen Struktur und einer verlässlichen Beziehung.
Fazit und konkreter Mehrwert
Das traditionelle, auf Schichtdienst und Gruppenkonstellationen basierende System der Kinder- und Jugendhilfe ist strukturell nicht in der Lage, den komplexen Bedürfnissen von hochgradig traumatisierten und neurodiversen Jugendlichen gerecht zu werden. Der ständige Wechsel der Bezugspersonen wirkt in Kombination mit einer chronischen Reizüberflutung wie ein Brandbeschleuniger für eskalierende Hilfeverläufe. Die Entstehung von sogenannten Systemsprengern ist das direkte Produkt dieser systemischen Defizite.
Der konkrete Mehrwert des Modells von SOLSYSTEM Struktur Kompetenz liegt in der radikalen Überwindung dieser strukturellen Fehler. Durch die konsequente Implementierung von Hilfen aus einer Hand, den Einsatz dauerhaft gecoachter Strukturhelfer und die Absicherung durch den pädagogischen Sicherheitsdienst SOLPROTECT gelingt der sensible Weg von der Haltlosigkeit in das Vertrauen. Das intensivpädagogische Reiseprojekt wird so zu einem nachhaltigen Transformationsraum, dessen Erfolge durch einen respektvollen, reizarmen und personell kontinuierlichen Transfer dauerhaft in den Alltag des Jugendlichen hineingetragen werden.
Für alle Verantwortlichen in den Jugendämtern, Familiengerichten und bei den freien Trägern bietet dieses Modell eine rechtssichere, fachlich fundierte und wirtschaftlich hochgradig effiziente Alternative zur institutionellen Kapitulation. Warten Sie nicht, bis das System das Kind endgültig zerbrochen hat. Handeln Sie konsequent, setzen Sie auf echte Strukturkompetenz und ermöglichen Sie dem Jugendlichen die Erfahrung einer Beziehung, die hält, was sie verspricht.
Für Kinder mit schweren Bindungsstörungen oder komplexen Traumata ist das Schichtsystem psychologisch verheerend. Da das traumatisierte Gehirn ununterbrochen unter Alarmbereitschaft steht, benötigt es ein absolut konstantes, emotional berechenbares Gegenüber zur Regulation. Der ständige Wechsel der Betreuer alle acht Stunden wird vom Kind als wiederkehrender Beziehungsabbruch erlebt. Dies verhindert den Aufbau von Urvertrauen, überfordert das Nervensystem und zwingt den Jugendlichen in eine aggressive, narzisstische Abwehrhaltung.
In regulären Systemen wird der Jugendliche nach dem Ende eines individualpädagogischen Reiseprojekts an eine völlig neue Wohngruppe und ein fremdes Betreuerteam übergeben. Bei SOLSYSTEM Struktur Kompetenz bleibt der Strukturhelfer, der die Bindung im Reiseprojekt aufgebaut hat, auch beim Transfer nach Deutschland die primäre Bezugsperson. Er zieht physisch mit in das neue Kleinstsetting ein und begleitet den Jugendlichen so lange im Alltag, bis die neue Struktur vollständig internalisiert und stabilisiert ist.
Unsere Strukturhelfer sind intensiv gecoachte Fachkräfte, die über fundierte Zertifizierungen in Traumapädagogik, Deeskalationsmanagement und dem Umgang mit Neurodiversität (ADHS, Autismus, FASD) verfügen. Sie zeichnen sich durch eine außergewöhnliche emotionale Resilienz und sprachliche Souveränität aus. Sie werden durch ein permanentes, unangekündigtes internes Monitoring und kontinuierliche Supervision begleitet, um eine dauerhaft fehlerfreie und bindungsorientierte Pädagogik auf höchstem Niveau zu garantieren.
SOLPROTECT unterscheidet sich fundamental von gewöhnlichen Sicherheitsdiensten. Alle Mitarbeiter verfügen über eine pädagogische oder traumapädagogische Grundausbildung und sind speziell für Hochrisiko-Settings geschult. In Momenten akuter Selbst- oder Fremdgefährdung greifen sie nicht repressiv oder strafend ein, sondern nutzen würde- und verletzungsfreie Techniken der physischen Begrenzung. Sie nehmen die Angst aus dem Setting und bleiben auch nach der Krise als verlässliche, zugewandte Beziehungspartner vor Ort.
Die Hilfen werden flexibel über das SGB VIII gesteuert. Die primäre Grundlage bildet die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung nach Paragraf 35 SGB VIII, die sowohl im In- als auch im Ausland realisiert werden kann. Bei Jugendlichen mit seelischen Behinderungen oder tiefgreifenden neurodivergenten Störungen wird Paragraf 35a SGB VIII herangezogen. Je nach Bedarf werden die Maßnahmen eng mit den Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem SGB IX und SGB XII verzahnt, um eine lückenlose Förderung zu gewährleisten.