Einleitung: Der Ruf in der Krise – Marcel Potthof im Einsatz
Es ist drei Uhr morgens, als das Telefon bei Marcel Potthof klingelt. Ein 16-jähriger Jugendlicher mit PTBS und schweren Bindungsstörungen hat in einer stationären Einrichtung eine massive Eskalation ausgelöst. Fremd- und Selbstgefährdung, Polizei vor Ort, das Jugendamt sucht dringend eine Lösung. Potthof, Experte für Hochrisiko-Settings bei SOLSYSTEM Struktur Kompetenz, packt seine Tasche. Wenige Stunden später ist er vor Ort.
Dieses Porträt begleitet ihn nicht nur in einer einzelnen Krise, sondern durch den Alltag eines Mannes, der sich der schwierigsten Fälle der Kinder- und Jugendhilfe annimmt. Mit jahrelanger Erfahrung in Traumapädagogik, ADHS, Autismus, FASD und einem tiefen Verständnis für Hypersensibilität hat er einen Sicherheitsdienst entwickelt, der nicht auf bloße Bewachung setzt, sondern auf einem starken pädagogischen Fundament ruht. Kinderschutz steht im Zentrum – Sicherheit als Voraussetzung für Beziehungsarbeit, nicht als Gegensatz.
Die Entstehung eines pädagogischen Sicherheitsdienstes
Warum war es so wichtig, einen solchen Dienst zu entwickeln? Marcel Potthof erklärt es aus der Praxis: „Zu oft haben wir gesehen, wie reine Security-Lösungen ohne pädagogische Tiefe Jugendliche weiter retraumatisieren. Wir brauchten etwas Neues – Fachkräfte mit Deeskalationskompetenz, Sicherheitswissen und einer Haltung, die den jungen Menschen als Ganzes sieht.“
Der Ansatz integriert Elemente aus der Erlebnispädagogik, Mindset-Training und Ernährungsarbeit. Er orientiert sich an aktuellen Standards der Kinder- und Jugendhilfe und geht über klassische Modelle hinaus. In enger Abstimmung mit Jugendämtern, ASD und Familiengerichten entstand ein flexibles Instrument, das vor allem dort greift, wo Gruppensettings oder Standardeinrichtungen überfordert sind. § 35 SGB VIII bildet dabei eine zentrale rechtliche Grundlage für intensive Einzelbetreuung.
Potthof betont die healing-human-Perspektive: Jeder Jugendliche trägt eine Überlebensgeschichte. Sicherheit schafft den Raum, in dem diese Geschichte neu erzählt werden kann.
Typische Eskalationsverläufe: Wenn das System versagt
Viele Fachkräfte kennen die Hilflosigkeit nur zu gut. Ein Jugendlicher mit FASD und ADHS kommt nach § 42 SGB VIII in Obhut. In der Wohngruppe (§ 34 SGB VIII) häufen sich Konflikte. Impulsdurchbrüche, Schulverweigerung, Delinquenz. Das Team fühlt sich überfordert, der Platz wird gekündigt. Der nächste Versuch scheitert schneller. Abbruchspiralen entstehen, Familien zerbrechen unter der Belastung, Geschwister leiden, Jugendämter tragen enorme Risiken – von Kindeswohlgefährdung bis hin zu Haftungsfragen.
Warum eskalieren manche Jugendliche in jeder klassischen Einrichtung? Potthof erklärt: „Weil das Setting ihre neurobiologischen Bedürfnisse ignoriert. Reizüberflutung bei Hypersensibilität oder Autismus, fehlende Kontinuität bei Bindungsstörungen, unangepasste Strukturen bei FASD. Das Nervensystem bleibt im Alarmmodus.“ Versorgungslücken verstärken den Kreislauf. Kein Träger nimmt den Jugendlichen auf – welche Alternativen bietet der Experte? Hier kommt sein Team ins Spiel: Individuelle Hochrisiko-Settings, die passgenau aufgebaut werden.
Vor Ort: Wie Marcel Potthof ein Hochrisiko-Setting aufbaut
Bei einem Einsatz in einer süddeutschen Kleinstadt beobachte ich Potthof in Aktion. Der 17-jährige Jugendliche (UMA mit komplexer Traumatisierung) hat mehrere Einrichtungen hinter sich. Akute Fremdgefährdung. Potthof trifft ein, spricht zuerst mit allen Beteiligten – ruhig, strukturiert, wertschätzend.
Was tut der Experte bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung? Zunächst sichert er die Situation mit einem 2:1-Tandem. Eine Fachkraft fokussiert Beziehung und Deeskalation, die zweite Struktur und Sicherheit. Wann fordert er ein 2:1-Tandemsetting ein? Immer dann, wenn 1:1 nicht ausreicht, um gleichzeitig Schutz und emotionale Co-Regulation zu gewährleisten – besonders bei massiver Gefährdung.
Innerhalb von 48 Stunden entsteht ein individuelles Setting: Klare Regeln, visuelle Strukturpläne, ernährungsbasierte Regulation (blutzuckerstabilisierend, omega-3-reich). Wie baut der Experte ein funktionierendes Hochrisiko-Setting auf? Mit fundierter Analyse der Trigger, partizipativer Planung nach § 27 und § 35 SGB VIII, kontinuierlicher Reflexion und Einbindung von § 35a SGB VIII bei seelischer Behinderung. Sicherheit dient der Beziehung, nicht der Kontrolle.
Neurodiversität und Trauma: Spezielle Ansätze in der Praxis
Potthof hat ein feines Gespür für neurodivergente Profile. Bei einem Jugendlichen mit Autismus und PTBS beobachte ich, wie sensorische Überlastung durch angepasste Umgebungen reduziert wird. Welche speziellen Ansätze hat der Experte für Jugendliche mit FASD, ADHS oder Autismus? Externe Struktur kompensiert Exekutivdefizite, Mindset-Übungen fördern Selbstwirksamkeit, Ernährungsanpassungen unterstützen neuronale Regulation. Hypersensibilität wird als Ressource gesehen, nicht nur als Belastung.
In einem weiteren Fall mit schwerer Bindungsstörung und Delinquenz gelingt es ihm, durch konsequente, aber wertschätzende Präsenz Vertrauen aufzubauen. Wie gelingt ihm nachhaltige Beziehungsarbeit, wo andere aufgeben? Durch echte Präsenz, emotionale Intelligenz und die Haltung, Verhalten als Kommunikation zu verstehen. Er kombiniert Traumapädagogik mit Montessori-Prinzipien der vorbereiteten Freiheit in Grenzen.
Reiseprojekte und Übergänge: Nachhaltigkeit schaffen
Nicht immer bleibt es bei stationären Settings. Wann schickt der Experte Jugendliche in ein individualpädagogisches Reiseprojekt? Wenn Distanz zum alten Umfeld notwendig ist, Schulverweigerung überwiegt oder neue Erfolgserlebnisse in der Natur den Wendepunkt schaffen sollen. Nach § 35 SGB VIII ermöglichen diese Projekte intensive 1:1-Betreuung im In- oder Ausland.
Ich begleite Potthof bei der Vorbereitung eines solchen Projekts. Der Jugendliche, zuvor in permanenter Abbruchspirale, blüht auf. Wanderungen, handwerkliche Aufgaben, Reflexionsrunden – kombiniert mit Sicherheitsstandards und pädagogischer Tiefe. Wie durchbricht er die Abbruchspiralen nachhaltig? Durch Kontinuität der Bezugspersonen, schrittweise Übergänge und Fokus auf Ressourcen statt reiner Defizitbearbeitung. Nachbetreuung und Netzwerkaufbau sichern den Erfolg.
Anforderungen an Träger und Fachkräfte aus Expertensicht
Welche Anforderungen stellt er als Systemsprenger-Experte an Träger und Fachkräfte? Hohe Flexibilität, schnelle Entscheidungswege, interdisziplinäre Kooperation und kontinuierliche Supervision. Flache Hierarchien und echte Wertschätzung der Fachkräfte sind essenziell, damit diese selbst reguliert bleiben können.
Potthof fordert eine Kultur des Nicht-Aufgebens. SOLSYSTEM Struktur Kompetenz hält solche Spitzen-Experten bereit, die genau in den Lücken wirken, wo Standardhilfen enden.
Fazit
Marcel Potthofs Arbeit zeigt eindrücklich: Ein pädagogisch fundierter Sicherheitsdienst kann Abbruchspiralen durchbrechen und Kindeswohl nachhaltig schützen. Für Jugendämter, ASD und Familien im Akutstress bietet er konkreten Mehrwert – Stabilität in Stunden, Entwicklung in Monaten. Die Handlungsaufforderung ist klar: Bei kollabierenden Hilfeverläufen frühzeitig spezialisierte individuelle Settings einbeziehen. Es ist möglich, zu halten, wo andere aufgeben. Kontaktieren Sie bei Bedarf Experten wie Marcel Potthof über etablierte Träger wie SOLSYSTEM Struktur Kompetenz, um passgenaue Lösungen zu schaffen.
Marcel Potthof und sein Team bauen individuelle Hochrisiko-Settings nach § 35 SGB VIII auf, oft als 1:1- oder 2:1-Betreuung, inklusive Reiseprojekte.
Sofortige Sicherung mit pädagogischem Tandem, Deeskalation, Hilfeplananpassung und Übergang in stabiles Setting unter Einbeziehung von § 42 SGB VIII.
Bei hoher Gefährdungslage, um Sicherheit und intensive Beziehungsarbeit parallel zu gewährleisten.
Durch Passgenauigkeit, Beziehungskontinuität, neurobiologische und mindset-orientierte Ansätze sowie klare Übergänge.
Kombination aus § 35a SGB VIII, individualpädagogischer Struktur, Ernährung und spezifischer Traumapädagogik.